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Hochrangige Besuche aus der Schweiz in Estland
Abkommen Die wichtigsten Abkommen zwischen Estland und der Schweiz sind:
Darüber hinaus werden die Beziehungen zwischen Estland und der Schweiz nach dem EU-Beitritt Estlands am 1. Mai 2004 durch die zwischen der Europäischen Union und der Schweizerischen Eidgenossenschaft abgeschlossenen Verträge geregelt.
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Estland und der Schweiz ist intensiv. Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten war das Inkrafttreten des Doppelbesteuerungsabkommens am 12. Juli 2004. Für die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen ist es nicht unbedeutend, dass Estland seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union ist. In Zürich fanden mehrere Geschäftsseminare und Kontakttage statt: Im März 2003 wurde der erste schweizerisch-baltische Runde Tisch durchgeführt, bei dem sich die baltischen Staaten gemeinsam vorstellten. Als namhafter Teilnehmer an dem für Unternehmer eingerichteten Runden Tisch war auch der ehemalige Staatspräsident Lennart Meri anwesend. Im Mai 2003 organisierten die Handelskammer Schweiz-Baltikum und das Wirtschaftsförderungsamt des Kantons Zürich ein Business-Forum, das als Fortsetzung der Business-Seminare und -Schulungen sowohl in Tartu als auch in Tallinn stattfand. Im Juni 2006 wurde der „Swiss Baltic Day 2006“ in Zürich und Bern abgehalten, der von der Handelskammer Schweiz-Baltikum organisiert wurde. Das Ziel der Veranstaltung war es, neue Impulse für die Förderung der Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und den baltischen Staaten zu geben. Im Mai 2001 hat der Estnische Außenhandelsverband mit dem Swiss Import Promotion Programme (SIPPO) eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit abgeschlossen. Im April 2004 führten die Handelskammer Schweiz-Baltikum und der Estnische Außenhandelsverband in Tallinn eine SIPPO-Schulung für die Exporteure der baltischen Länder durch. Im Mai 2004 fand ebenfalls in Tallinn die Jahresversammlung des Verbandes Schweizerischer Außenhandelskammern statt, die von der Handelskammer Schweiz-Baltikum in Tallinn veranstaltet wurde. Warenverkehr 1997-2006 Der Handel Estlands mit der Schweiz wächst seit 1993 stetig. Im Jahr 2006 nahm die Schweiz mit 71,7 Mio. EUR den 30. Platz unter den estnischen Handelspartnern ein.
Quelle: Statistisches Amt Estlands Die Schweiz liefert hauptsächlich Maschinen und technische Anlagen sowie Produkte der chemischen Industrie nach Estland. Es werden auch Metalle und Metallprodukte, Fahrzeuge, sowie Optik, Foto-, Kontroll-, Mess-, Medizin- und Präzisionsgeräte exportiert. Aus Estland bezieht die Schweiz Tiere und tierische Produkte, Maschinen und technische Anlagen, Textilien und Textilprodukte, medizinische Geräte und Messinstrumente, Holz und Holzprodukte sowie sonstige Industrieprodukte. Der Anteil der schweizerischen Direktinvestitionen betrug nach dem Stand vom 31. Dezember 2006 115 Mio. EUR, was 1,2 % des Gesamtvolumens der in Estland getätigten Investitionen ausmacht. Der Großteil der schweizerischen Investitionen floss in den Finanz- und Dienstleistungssektor, in Versicherungen sowie in den Einzel- und Großhandel von Pkw. Nach Angaben des Unternehmensregisters (Stand vom Februar 2007) gibt es in Estland insgesamt 76 Unternehmen mit schweizerischer Kapitalbeteiligung. Mit Unterstützung der Schweiz umgesetzte Projekte in Estland Estland und die Schweiz arbeiteten auch im Rahmen einiger Hilfsprojekte zusammen. Die Schweiz unterstützte Estland mit Hochtechnologien, Schulungen und Beratern bei 18 Projekten (Gesamtwert insgesamt ca. 10 Mio. EUR), in erster Linie auf dem Gebiet der Entwicklung der Infrastruktur, die jedoch auch weitere Bereiche umfassten, wie zum Beispiel Projekte der Abfallwirtschaft der Stadt Võru und die Entwicklung des estnischen Kartenzentrums sowie die Restaurierung der Orgel der Kaarel-Kirche in Tallinn. Dank der nicht zurückzuzahlenden Hilfe der Schweiz wurden die Wasserreinigungssysteme in Tallinn, Tartu und Otepää modernisiert und auch Krankenhauseinrichtungen erworben. Als Beispiel der Kooperation zwischen der Schweiz und Estland auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit kann das Projekt von SA REC Estonia (Regional Environmental Center for Central and Eastern Europe) genannt werden: „Durchführung einer Schulungsreise über Naturtourismus für die Vertreter des Balkans, um estnische Erfahrungen im Bereich der grenzübergreifenden Kooperation kennen zu lernen”. Das Projekt wurde von der Schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) mitfinanziert und dauerte von Juni bis Oktober 2004. Das Ziel des Projekts bestand darin, zu der Entwicklung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Bereich des Ökotourismus in wertvollen Naturschutzgebieten in der Balkan-Region beizutragen. An dem Projekt beteiligten sich Angestellte der Kommunalverwaltungen, Tourismusförderer und Mitarbeiter aus den Naturschutzgebieten. Verteidigungspolitische Kooperation Estland und die Schweiz unterhalten im Bereich der Verteidigung konstruktive und bewährte Beziehungen. Seit 1995 haben die estnischen Streitkräfte im Rahmen materieller Hilfe umfangreiche, in vorbildlichem Zustand befindliche Ausstattung sowie militärische Ausbildungshilfe erhalten, und estnischen Militärs sind freie Ausbildungsplätze in der Schweiz zur Verfügung gestellt worden. Von großer Bedeutung war für Estland die Unterstützung der Schweiz bei Transportmitteln. Seit Gründung der Baltischen Verteidigungsakademie ist die Schweiz eines der sechs größten Geberländer dieser Bildungseinrichtung. Unter anderem wurden Lehrkräfte an die Akademie in Tartu entsandt und Computertechnik überlassen. Kulturelle Beziehungen In der estnischen Nationalbibliothek wurde im Herbst 1997 ein schweizerischer Lesesaal eröffnet, in dem man sich einen sehr guten Überblick über das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Schweiz verschaffen kann, was zur Vertiefung und Förderung der Kontakte zwischen beiden Ländern beiträgt. Im Lesesaal stehen dem Besucher interessante und aufschlussreiche Bücher aus verschiedenen Bereichen wie Politik, Recht, Wirtschaft, Kultur, Geschichte und Belletristik (in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache) zur Verfügung. Der Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung", Andreas Oplatka, hat eine Biographie des Präsidenten Lennart Meri geschrieben, die im Jahr 1999 unter dem Titel „Lennart Meri. Ein Leben für Estland" in Zürich erschien und auch ins Estnische übersetzt worden ist. Anlässlich des 85. Jahrestages der Republik Estland wurde im Februar 2003 in Genf eine Ausstellung estnischer Textilkünstler eröffnet. Sie war die erste estnische Kunstausstellung in Genf nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit. Dabei waren die Arbeiten von Ülle Raadik, Katrin Pere und Tiina Puhkan vertreten. Die ausgestellten Textilien gaben einen umfassenden Überblick über die zeitgenössische Textilkunst Estlands. In Zusammenarbeit mit der Ständigen Vertretung Estlands bei den Internationalen Organisationen wurde diese Ausstellung in den Räumen der WTO organisiert. Im Juli 2004 wurde in der „Galleria Gottardo“ in Lugano eine Ausstellung aus der Sammlung des Historischen Museums Tallinn eröffnet, die Kunst- und Gebrauchsgegenstände der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus den russischen Kolonialgebieten in der nordpazifischen Küstenregion präsentierte. Auch die Schweiz stellt in letzter Zeit vermehrt ihre Kunst in Estland vor. Im November und Dezember 2004 wurde im großen Saal des Estnischen Architekturmuseums (im Rotermann-Salzspeicher) eine Ausstellung über die moderne schweizerische Architektur „A Matter of Art“ gezeigt. Im Mai 2005 wurde im Museum für ausländische Kunst in Kadriorg die grandiose Ausstellung über Angelika Kauffmann: „Muse der Schweiz. Angelika Kauffmann 1741-1807“ eröffnet. Dort wurden die Werke der Künstlerin aus den Sammlungen des Bündner Kunstmuseums Chur und des Museums für Ausländische Kunst ausgestellt. Vom 15. November bis zum 3. Dezember 2006 fand in Basel und in den anderen Städten der Region das Festival „Culturescapes“ statt, das diesmal der estnischen Kultur gewidmet war. Auf dem Festival traten renommierte Ensembles aus dem estnischen Kulturleben auf, etwa der Estnische Philharmonische Kammerchor, Vox Clamantis, Hortus Musicus, The New Tallinn Trio. Es erklang die Musik von Arvo Pärt, Erkki-Sven Tüür, Helena Tulve, Veljo Tormis, Cyrillus Kreek u. a. Anwesend waren die Schriftsteller Tõnu Õnnepalu, Elo Viiding und Andres Ehin. Die Filme von Priit Pärn sowie die aktuellen Animationsfilme aus Estland präsentierten den estnischen Film. Die Künstler Erik Alalooga und Meeland Sepp stellten ihre Installationen vor. Zum Programm von „Culturescapes“ gehörten neben den akademischen Diskussionsveranstaltungen auch die Aufführungen des „Von Krahl Theaters“. Im Rahmen des Festivals wurde das dreitägige Symposium „15 Jahre unabhängiges Estland” abgehalten, auf dem estnische Wissenschaftler, Politiker und Journalisten Vorträge hielten. Zwischen den Studenten und Wissenschaftlern beider Länder herrscht ein reger Austausch, der auch ohne offizielle Regelungen problemlos funktioniert. Im April 2004 wurde an der Technischen Hochschule Tallinn eine Kontaktstelle des Swiss Baltic Net eröffnet. Ziel der Kontaktstelle ist eine engere Zusammenarbeit der größeren Hochschulen Estlands, Lettlands und Litauens mit den entsprechenden Forschungsanstalten in der Schweiz. Die Schweizerische Botschaft in Helsinki vermittelt seit Jahren estnischen Studenten Stipendien der Schweiz. |
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