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Quelle: Statistisches Amt Estlands, www.stat.ee Die Schweiz liefert hauptsächlich Edelmetalle sowie Maschinen und technische Anlagen nach Estland. Es werden auch optische Geräte sowie Foto-, Kontroll-, Mess-, Medizin- und Präzisionsgeräte, Kunststoff und Kunststoffprodukte exportiert. Aus Estland bezieht die Schweiz Tiere und tierische Produkte, Edelmetalle, Mineralprodukte sowie Maschinen, technische Anlagen und sonstige Industrieprodukte. Schweizerische Investitionen in EstlandDer Anteil der schweizerischen Direktinvestitionen 2010 betrug nach dem Stand vom 31. Dezember 2010 128 Mio. EUR, was 1,0 % des Gesamtvolumens der in Estland getätigten Investitionen ausmacht. Nach Angaben des Unternehmensregisters (Stand: 31.12.2010) gibt es in Estland insgesamt 149 Unternehmen mit schweizerischer Kapitalbeteiligung. Die größten Unternehmen mit schweizerischem Anteil in Estland sind AS Repo Vabrikud (Produktion von Spanplatten), Silmet AS (Produktion von seltenen Metallen), Ekspress Grupp AS (Medien), United Motors AS (Groß- und Einzelhandel von Pkw und Kleinbussen) und Trüb Baltic AG. Mit Unterstützung der Schweiz umgesetzte Projekte in EstlandEstland und die Schweiz arbeiteten auch im Rahmen einiger Hilfsprojekte zusammen. Die Schweiz unterstützte Estland mit Hochtechnologien, Schulungen und Beratern bei 18 Projekten (Gesamtwert insgesamt ca. 10 Mio. EUR), in erster Linie auf dem Gebiet der Entwicklung der Infrastruktur, die jedoch auch weitere Bereiche umfassten, wie zum Beispiel Projekte der Abfallwirtschaft der Stadt Võru, der Ausbau des estnischen Kartenzentrums und die Restaurierung der Orgel der Kaarli-Kirche in Tallinn. Dank der nicht zurückzuzahlenden Hilfe der Schweiz wurden die Wasserreinigungssysteme in Tallinn, Tartu und Otepää modernisiert und Krankenhauseinrichtungen erworben. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts gehörten Estland und andere EU-Neumitglieder zu den Empfängerstaaten des Schweizer Beitrags zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten Europäischen Union. Im Jahr 2004 stellte die Schweiz den zehn neuen EU-Mitgliedern einen Gesamtbetrag von rund 697 Mio. EUR zur Verfügung; die Estland bereitgestellte Fördersumme betrug rund 25 Mio. EUR. Die Verteilungsprinzipien der Fördergelder sowie ihre Verwendungsbereiche wurden mit dem Rahmenvertrag eines Kooperationsprogramms festgelegt, den auf estnischer Seite Finanzminister Ivari Padar unterzeichnete. Verteidigungspolitische KooperationEstland und die Schweiz unterhalten im Bereich der Verteidigung vertrauensvolle und enge Beziehungen, die verschiedene Formen der Zusammenarbeit umfassen, von materieller Hilfe bis hin zur Ausbildung und Beratung. Die Schweiz hat für estnische Staatsbedienstete Weiterbildungsmöglichkeiten im renommierten „Zentrum für Sicherheitspolitik“ (GCSP) in Genf angeboten. Seit der Gründung der Baltischen Verteidigungsakademie BALTDEFCOL gehört die Schweiz zu ihren sechs größten Sponsoren. Kulturelle BeziehungenDie kulturellen Beziehungen zwischen Estland und der Schweiz sind im Laufe der Jahre vielschichtiger geworden, und die engsten Kontakte bestehen im Bereich der Musik und der Kunst. Seit 2010 ist der estnische Dirigent Neeme Järvi Künstlerischer Leiter des Orchestre de la Suisse Romande, dessen Chefdirigent er ab 2012 sein wird. Sein Sohn Kristjan Järvi hat als Dirigent mit verschiedenen Schweizer Orchestern zusammengearbeitet. Er ist einer der Gastdirigenten und musikalischen Berater des kammerorchesterbasel. Darüber hinaus hat Kristjan Järvi auch das Musikkollegium Winterthur, das zu den ältesten und geschichtsträchtigsten Orchestern der Welt zählt, dirigiert. An dem internationalen zeitgenössischen Theatertreffen „Auawirleben“ in Bern, das auf eine mehr als 20-jährige Geschichte zurückblicken kann, nahm in den letzten Jahren das Theater NO99 teil. Auf dem internationalen Festival für Film und Fernsehen „Cinéma Tous Ecrans“, das im November 2010 in Genf stattfand, gewann der Film „Püha Tõnu kiusamine“ (2009; deutscher Verleihtitel: Die Versuchung des Hl. Tony) des Filmregisseurs Veiko Õunpuu den Preis der internationalen Filmkritik FIPRESCI. Schweizerischer LesesaalIn der estnischen Nationalbibliothek wurde im Herbst 1997 ein schweizerischer Lesesaal eröffnet, in dem man sich einen sehr guten Überblick über das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Schweiz verschaffen kann, was zur Vertiefung und Förderung der Kontakte zwischen beiden Ländern beiträgt. Im Lesesaal stehen dem Besucher interessante und informative Bücher aus verschiedenen Bereichen wie Politik, Recht, Wirtschaft, Kultur, Geschichte und Belletristik (in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache) zur Verfügung. BildungskooperationZwischen den Studenten und Wissenschaftlern beider Länder herrscht ein reger Austausch, der auch ohne offizielle Regelungen problemlos funktioniert. Im April 2004 wurde an der Technischen Universität Tallinn ein Kontaktzentrum des Swiss Baltic Net eröffnet. Ziel des Kontaktzentrums ist eine engere Zusammenarbeit der größeren Hochschulen Estlands, Lettlands und Litauens mit den entsprechenden Forschungsanstalten in der Schweiz. Die Botschaft der Schweiz in Helsinki vermittelt seit Jahren estnischen Studenten Stipendien der Schweiz. |
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