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Estnische Filme beim LET`S CEE Filmfestival vom 21.-27. März

17.03.2017

Vom 21. bis zum 27. März 2017 werden im Rahmen des bereits fünften LET’S CEE Film Festivals an mittlerweile sechs Spielstätten in Wien sowie erstmals auch in Graz und Villach insgesamt 141 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Zentral- und Osteuropa sowie aus der Kaukasus-Region und der Türkei gezeigt werden. Bei der Zahl der Screenings wird es mit 183 ebenso einen neuen Rekord zu vermelden geben wie bei der Zahl der aus dem Ausland anreisenden Gäste. Nach fast allen Vorführungen gibt es ein Publikumsgespräch mit mindestens einem Filmemacher, der an der Produktion des jeweiligen Films maßgeblich mitgewirkt hat. Darüber hinaus gibt es wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm, das von Master-Classes und Diskussionen bis hin zu Industry Days und einer Partyline reicht.

Neben den bisherigen LET’S CEE Spielstätten, dem Urania Kino (das auch als Festivalzentrum dienen wird), dem Village Cinema Wien Mitte und dem Actor’s Studio sind das Artis International und die Kino-Institution Breitenseer Lichtspiele heuer neu dazugekommen.

Wir freuen uns, dass LET’S CEE 2017 gleich mehrere Filme aus Estland zeigen wird!

LANGE SPIEL- UND DOKUMENTARFILME:

LET’S PLAY WAR (Täna mängime sõda)
Dass Kinder mit Holzschwertern und Plastikrevolvern Krieg spielen, ist auch in modernen Zeiten kein ungewöhnliches Bild. Wenn sich allerdings erwachsene Männer in Uniformen der Deutschen Wehrmacht und der Roten Armee wechselseitig mit Platzpatronen beschießen oder auf eine andere Art und Weise an die Gurgel gehen, erscheint das vielen Menschen wohl mehr oder weniger seltsam. Zu Recht? Der Regisseur Meelis Muhu stößt auf unerwartete Antworten. Die Hauptdarsteller von Let’s Play War sind Mitglieder von Militärclubs, die in ihrer Freizeit regelmäßig Schlachten aus dem Zweiten Weltkrieg möglichst wahrheitsgetreu nachzuspielen versuchen. Ihre Scheingefechte erscheinen letztlich weniger absurd, als die Zuschauer auf den ersten Blick vermuten würden. Dennoch bleibt die Grenze zwischen freundschaftlichem Spiel und hasserfülltem Kampf dünn, wie kontrastreiche Bilder zeigen: In einem Moment tanzen und feiern die Clubmitglieder miteinander, im nächsten üben sie das Schießen und Sterben. Einem Jungen wird gezeigt, wie hoch er den Arm zum Hitlergruß heben muss, Mädchen performen mit Pistolen in der Hand „You’re in the Army Now“. Let’s Play War ist eine fesselnde Doku aus Estland, die eine neue Perspektive auf die offizielle Geschichtsschreibung und mögliche Wege des Erinnerns eröffnet.

Gast: Meelis Muhu (Regisseur)

THE POLAR BOY (Polaarpoiss)
„Wo ist Ihre Seele?“ Diese Frage wird dem angehenden Fotografiestudenten bei seinem Aufnahmegespräch an der Akademie der Künste in Berlin gestellt. Seine technischen Fähigkeiten seien nämlich perfekt, doch seinen Bildern würde es an persönlicher Leidenschaft fehlen. Trotzdem bekommt Mattias noch eine Chance. Zurück in Estland findet er in der aufregenden Hanna ein neues Motiv und eine neue Liebe. Er verliebt sich leidenschaftlich in die schöne junge Frau. Um ihr zu gefallen, macht er bei ihren spontanen und zuweilen auch illegalen Aktionen mit, ohne zu wissen, dass die Ursache für Hannas impulsives Verhalten eine bipolare Störung ist. Auf einer Party gerät die Situation schließlich völlig außer Kontrolle und Mattias begeht eine Straftat, für die ihm jahrelanges Gefängnis droht. Mit wirkungsvollen Bildern und einem eindringlichen Soundtrack, der maßgeblich zur Atmosphäre des Films beiträgt, gelingt es der estnischen Regisseurin Anu Aun, das schnelle Leben ihrer Protagonisten einzufangen. In einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle wird vom schmerzlichen Prozess des Erwachsenwerdens erzählt, in dem Hanna und Mattias erst lernen müssen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Dabei lässt der Film die Grenzen zwischen Normalität und Krankheit, Freiheit und Leichtsinn sowie Liebe und Aufopferung klug verschwimmen.

Gast: Anu Aun (Regisseurin)

KURZFILME:

Tallinn Black Nights Film Festival zu Gast! Das Pimedate Ööde Filmifestival in Tallinn ist eines von weltweit nur 15 sogenannten A-Festivals. Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens ist es mit einer Auswahl der besten estnischen Kurzfilme der letzten Jahre bei LET’S CEE 2017 zu Gast!

COUNTERPOINT (Kontrapunkt) Seit er im Rollstuhl sitzt, hat ein Geiger nicht mehr zu seinem Instrument gegriffen. Als er ein Kind weinen hört, überwindet er seinen Widerwillen.
CULPRIT (Süüdlane) Indrek, ein ruhiger Bub, wird in der Schule gemobbt und regelmäßig zum Opfer von Gewalt. Eines Tages lässt er sich zu einem gefährlichen Streich überreden.
ELO Die kleine Elo empfindet den Kindergarten als Gefängnis und will nur mehr weg. Bis sie sich in die neue Erzieherin verliebt. Ein humorvoller Familienfilm.
FULL HOUSE (Täismaja) Ein Postbote begegnet bei seiner Arbeit in einem riesigen Gebäude vielen schrägen Zeitgenossen. Einsam ist er trotzdem. Bis er mit einer Frau zusammenstößt.
PILOTS ON THE WAY HOME (Lendurid Koduteel) Drei Piloten müssen in der Wüste notlanden. Von Hunger und Durst geplagt, fangen sie bald an zu halluzinieren. Realität und Fantasie beginnen zu verschwimmen.
THE MAN FROM SAMARIA (Samaaria mees) Ehemalige Häftlinge leben in einer christlichen Einrichtung. Dort versucht ein Pastor, der selbst im Gefängnis war, den Männern Hoffnung zu geben.
TO LIGHT (Valguseks/Valguseni/Valgusena) Eine ruhige Doku über das Leben einer demenzkranken Frau und ihres Sohnes in einer russischen Stadt, die vor über 70 Jahren noch zu Estland gehörte.

Karten sowie ein übersichtliches Programm aller Filme und Veranstaltungen sind unter http://www.letsceefilmfestival.com/programmuebersicht.html zu finden.

Hier geht es direkt zu den estnischen Filmen und anwesenden Gästen:
http://www.letsceefilmfestival.com/programmuebersicht/country/estlandestonia.html

Hier kann man den Online-Pocketguide durchblättern:
https://www.yumpu.com/s/Cx14qhKzV7A0LQEk

Für Fragen steht Ihnen das Presse-Team des LET’S CEE Film Festivals unter
newsletter@letsceefilmfestival.com jederzeit gerne zur Verfügung.

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