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Hochrangige Besuche aus Österreich in Estland
Abkommen Zwischen Estland und Österreich sind eine Reihe von Verträgen abgeschlossen worden; zu den bedeutendsten zählen:
Die Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Estland werden ab dem 1. Mai 2004 von den Vorschriften des EU-Binnenmarktes und den bilateralen Abkommen in den Bereichen, die in der Zuständigkeit der Mitgliedstaaten sind, reguliert. Die estnisch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen entwickelten sich seit der Unabhängigkeit Estlands ausgesprochen dynamisch. Für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen war es von Bedeutung, dass am 1. Januar 2003 das Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen Estland und Österreich in Kraft trat. Im Jahr 1999 wurde in Tallinn das Büro der österreichischen Handelsvertretung eröffnet. Das Büro ist u. a. bei der Organisation von Estland-Reisen der österreichischen Wirtschafts- und Handelsdelegationen behilflich, die zweimal jährlich Estland besuchen. Im Jahr 2002 wurde im Rahmen des Besuches von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil für die den Bundespräsidenten begleitende Wirtschaftsdelegation ein hochrangiges Wirtschaftsforum veranstaltet, an der die estnische Wirtschaftsministerin Liina Tõnisson und der Vorstandsvorsitzende der Estnischen Industrie- und Handelskammer, Toomas Luman, teilnahmen. Während des offiziellen Besuchs der Außenministerin Kristiina Ojuland im Januar 2003 hielten die Ministerin und der Vorstandsvorsitzende der Estnischen Industrie- und Handelskammer, Toomas Luman, Vorträge auf der Veranstaltung „Wirtschaftswunder Estland – neuer Partner in der EU", die in der Wirtschaftskammer Österreichs mit regem Interesse aufgenommen wurden. Im April 2004 veranstaltete der Estnische Außenhandelsverband eine Kontaktveranstaltung in Österreich. Die Veranstaltung wurde in zwei Schritten durchgeführt. Zuerst fand die Kontaktmesse PAVE Graz 2004 statt, danach wurden speziell für die estnische Seite Kontakttreffen mit österreichischen Unternehmern in Wien organisiert. Im Mai 2004 besuchte der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreichs, Dr. Richard Schenz, Estland auf Initiative der Wirtschaftskammer Österreichs und des Wirtschaftsministeriums der Republik Estland im Rahmen einer Veranstaltungsreihe, die zur Begrüßung der neuen Mitgliedstaaten durchgeführt wurde. Im November 2005 fand in Wien in Kooperation mit der Handelskammer Österreichs ein Wirtschaftsseminar statt, auf dem Investitionsmöglichkeiten sowohl im Baltikum als auch in Polen vorgestellt wurden. Die Unternehmen interessierten sich neben dem Steuer- und Rechtssystem auch für die Möglichkeiten der Nutzung von Hilfsgeldern der EU und die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen. Im Sommer 2006 veranstaltete die Handelskammer Österreichs eine Reihe von Wirtschaftsseminaren in Klagenfurt, Graz, Feldkirch, Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien, um die neuen EU-Mitgliedstaaten vorzustellen. Im Oktober 2006 führte die Handelskammer Österreichs eine Wirtschaftsmission nach Estland, Lettland und Litauen durch, an der Vertreter von 13 österreichischen Unternehmen beteiligt waren. Für Fragen aus Wirtschaft und Handel ist die österreichische Handelsvertretung in Helsinki, die seit 1999 eine Filiale in Tallinn hat, zuständig. Die Besuche der österreichischen Geschäftsdelegationen in Estland werden vorwiegend von der Handelsvertretung in Helsinki organisiert. Der Austausch der Delegationen im Wirtschaftsbereich übt einen positiven Einfluss auf den Warenverkehr aus und fördert die persönlichen Direktkontakte zwischen den Unternehmen. Handel In den Handelsbeziehungen zwischen Estland und Österreich ist ein stetiger Anstieg der Ausfuhr estnischer Waren zu verzeichnen. Laut Statistik 2006 belegte Österreich unter den Handelspartnern Estlands Platz 24. Das Handelsvolumen erreichte 136,5 Mio. EUR, davon entfallen auf die Ausfuhr 34,9 Mio. (0,5 % der Gesamtausfuhr) und auf die Einfuhr 101,6 Mio. EUR (1 % der Gesamteinfuhr). Warenverkehr 1997-2006
Österreich exportiert hauptsächlich Maschinen und Anlagen, Transportmittel, Fertiggerichte und Getränke, Produkte der chemischen Industrie sowie Metalle und Metallprodukte. Aus Estland bezieht Österreich u. a. Holz und Holzprodukte, sonstige Industriewaren, Mineralprodukte, Produkte der chemischen Industrie und Metallprodukte. Österreichische Investitionen in EstlandÖsterreich hat nach dem Stand vom 31. Dezember 2006 in Estland Direktinvestitionen in Höhe von 108 Mio. EUR getätigt, was 0,9 % des Gesamtvolumens der Direktinvestitionen ausmacht. Nach Angaben des Estnischen Unternehmensregisters waren nach dem Stand vom 31. März 2006 39 Unternehmen mit österreichischer Beteiligung registriert. Die österreichischen Investoren favorisieren folgende Wirtschaftszweige: Industrie, Immobilien, Vermietungs- und Geschäftsservice, Hotels und Gaststätten, Groß- und Einzelhandel.
Zwischen Estland und Österreich bestehen enge kulturelle Beziehungen. Auf Initiative von Honorargeneralkonsul Prof. Dr. Henn-Jüri Uibopuu hat die Republik Österreich im Jahr 1991 der estnischen Nationalbibliothek mehr als 3 000 Bücher geschenkt. Als Folge der Zusammenarbeit mit der österreichischen Botschaft und dem Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten wurde in der estnischen Nationalbibliothek in Tallinn im Jahr 1993 ein Lesesaal für österreichische Literatur eröffnet, in dem heute mehr als 4 000 Werke der österreichischen Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur usw. zur Verfügung stehen. Die Bestände des österreichischen Lesesaals wachsen von Jahr zu Jahr. Ein gutes Beispiel für die engen Kontakte zwischen den estnischen und österreichischen Künstlern sind die zweisprachigen (deutsch-estnischen und estnisch-deutschen) Poesiealben der österreichischen Dichterin Ulrike Mara und der estnischen Lyrikerin Doris Kareva, die im September 2001 vorgestellt wurden. Während eines Autorenabends in Wien im März 2002 las Maimu Berg aus ihrem ins Deutsche übersetzten Roman „Ich liebte einen Russen” („Ma armastasin venelast”). Im März 2002 wurde dem Schriftsteller Ain Kaalep der Übersetzerpreis der Republik Österreich verliehen. Den Preis des Jahres 2003 erhielt der Vorsitzende des Estnischen Schriftstellerverbandes, der Übersetzer Mati Sirkel. Im Juni 2006 fand in Wien die Vorstellung der deutschen Übersetzung des Romans „Vollmond und Laterne“ („Kuuvalgus ja tänavalatern”) von Reet Kudu statt. Im März 2007 vertrat Reet Kudu ebenfalls Estland bei einem Literaturabend im KulturCafé des Österreichischen Rundfunks, der im Rahmen der ersten Finno-Ugrischen Kulturtage stattfand. KUNST In Österreich finden des Öfteren Ausstellungen estnischer Künstler statt; auch in Estland werden vielerorts Ausstellungen über Österreich sowie über österreichische Kunst veranstaltet. Im April 2002 wurde in Innsbruck die estnisch-lettisch-litauische Ausstellung der modernen Kunst „The Baltic Times” eröffnet. An estnischen Künstlern waren mit Videos Jaan Toomik, Marko Raat, Kai Kaljo und Ene-Liis Semper sowie mit Fotos Ly Lestberg vertreten. Im Juni 2003 wurde im Hauptsaal des Salzburger Kunstvereins eine Videoausstellung der estnischen Künstlerin Ene-Liis Semper eröffnet. Im Mai 2004 wurde eine gemeinsame Ausstellung der drei baltischen Staaten in der österreichischen Kleinstadt Ybbs eröffnet. Estland war durch die Teppichkünstlerin Anu Raud vertreten. Im Februar und März 2006 fand eine Ausstellung der drei estnischen Künstlerinnen und Künstler – Leonhard Lapin, Virge Jõekalda und Marko Nautras – in der Berchtoldvilla in Salzburg statt. Im April und Mai konnten die Österreicher Öl- und Pastellgemälde von Rein Kelpmann vorerst in Unterrabnitz und im Burgenland und anschließend in der Hauptstadt Wien bewundern. THEATER UND MUSIK Eng sind auch die Kontakte zwischen den Theaterleuten, eingedenk der Tatsache, dass die Choreographie der in Estland erstaufgeführten Operette „Die lustige Witwe” von Franz Léhar von der österreichischen Regisseurin-Choreographin Monika Wiesler stammt. Im Januar 2002 wurde in Tallinn im Theater- und Musikmuseum eine Ausstellung über das Lebenswerk des österreichischen Komponisten Anton Bruckner gezeigt. Im Rahmen der Wiener Festwochen wurde im Juni 2002 das Stück „Save Our Souls” von Merle Karusoo aufgeführt. Im August 2002 fand in Wien das Festival des modernen Tanzes „ImPulsTanz“ statt, an dem auch Estland zum ersten Mal mit zwei Aufführungen vertreten war: 1) Soloaufführung „Wittingly” („Meelega”) von Raido Mägi sowie 2) „Camouflage” von Merle Saarva und Krõõt Juurak. Im Mai 2003 fand in der Grazer Herz-Jesu-Kirche die Welturaufführung des Werkes „In principio” von Arvo Pärt statt, dessen Komposition im Auftrage des Bistums Graz-Seckau erfolgt war. Im September 2003 wurden in Schwaz auf dem internationalen Festival für neue Musik „Klangspuren“ die Werke „Aditus“ und „Insula deserta“ von Erkki-Sven Tüür durch das Innsbrucker Tiroler Symphonieorchester unter der Leitung von Georg Schmöhe aufgeführt. Auf demselben Festival trat auch das NYYD Ensemble auf, das unter Leitung von Olari Elts das vom Festival und vom Ensemble bestellte Werk „Oxymoron“ von Tüür zur Welturaufführung brachte. Beachtung verdient, dass an der Volksoper Wien die Estin Annely Peebo als erste Mezzosopranistin und seit August 2004 Ain Anger als Solist an der Staatsoper Wien tätig sind und der Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich, Kristjan Järvi, ist. Aus der Sicht Estlands könnte das Jahr 2005 in Österreich auch als Pärt-Jahr bezeichnet werden. Besonders hervorzuheben ist das Musikfestival „Carinthischer Sommer“, das vom 10. Juli bis 28. August 2005 stattfand und der Musik Arvo Pärts gewidmet war. Pärts Musik erklang insgesamt auf 18 Konzerten und Veranstaltungen, darunter waren 8 Aufführungen der Kirchenoper. Im Rahmen des Musikfestivals wurde die Uraufführung von Pärts Kirchenoper „Der Weg” (Azione sacra) zu einem besonderen Kunstereignis. Am 10. Juni 2006 fand im Großen Saal des Musikvereins in Wien die österreichische Erstaufführung des Werkes „Lamentate“ von Arvo Pärt in Anwesenheit des Komponisten statt. Im Juni 2006 war das Kammerorchester Tallinn unter Leitung von Eri Klas auf Konzertreise in Österreich. Als Solisten traten der Pianist Marko Martin und der Cellist Leho Karin auf. Im August 2006 debütierte die estnische Dirigentin Anu Tali bei den Salzburger Festspielen mit dem Mozarteum Orchester Salzburg. Im Rahmen der ersten Finno-Ugrischen Kulturtage im März 2007 in Wien musizierte der estnische Klarinettist und Saxophonist Meelis Vind gemeinsam mit drei anderen Jazzmusikern aus Finnland, Österreich und Ungarn. Bei einem Konzert im Musikverein trat das „The New Tallinn Trio“ auf. |
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